Veröffentlicht am März 11, 2024

Zusammenfassend:

  • Die ideale Peeling-Frequenz ist keine starre Regel, sondern eine dynamische Anpassung an den Zustand Ihrer Haut, Ihre Ziele und die gewählte Methode.
  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Frequenz (z.B. 1x pro Woche) und beobachten Sie die Hautreaktion (Rötung, Trockenheit), um eine Überreizung der Hautbarriere zu vermeiden.
  • Die Wahl zwischen mechanischem (Schrubben) und chemischem (Säuren) Peeling hängt von Ihrem Hauttyp und dem gewünschten Ergebnis ab; chemische Peelings bieten oft eine tiefere, kontrolliertere Wirkung.
  • Bei hartnäckigen Problemen wie Akne-Narben oder Pigmentstörungen ist eine professionelle dermatologische Behandlung für sichere und effektive Ergebnisse unerlässlich.

Die Frage nach der richtigen Peeling-Frequenz bewegt viele, die einen strahlenden, ebenmäßigen Teint anstreben. Man befindet sich oft in einem Dilemma: peelt man zu selten, wirkt die Haut fahl und Pflegeprodukte scheinen wirkungslos zu bleiben. Peelt man zu oft, reagiert die Haut mit Rötungen, Trockenheit und Irritationen. Die gängigen Ratschläge, die sich meist auf den Hauttyp berufen, lassen oft die wichtigste Variable außer Acht: den individuellen Zustand und den natürlichen Erneuerungszyklus Ihrer Haut.

Die Hautpflege-Industrie bietet eine Fülle an Optionen, von sanften Enzympeelings bis hin zu hochkonzentrierten Säurebehandlungen. Doch der Schlüssel liegt nicht in der Aggressivität des Produkts, sondern in der intelligenten Anwendung. Es geht darum, das Peeling nicht als reinen Reinigungsschritt zu verstehen, sondern als eine kontrollierte Intervention in den biologischen Prozess der Zellerneuerung. Anstatt blind einer pauschalen Empfehlung zu folgen, müssen wir lernen, die Signale unserer Haut zu deuten und die Frequenz dynamisch anzupassen.

Doch was, wenn die wahre Lösung nicht darin besteht, eine fixe Anzahl von Peelings pro Woche festzulegen, sondern darin, ein tiefes Verständnis für das Management des Zellzyklus zu entwickeln? Dieser Artikel bricht mit starren Regeln und bietet Ihnen stattdessen einen präzisen, sicherheitsorientierten Rahmen. Sie lernen, warum ein Peeling die Wirksamkeit Ihrer gesamten Pflegeroutine verändern kann, wie Sie Ihre persönliche, sichere Frequenz bestimmen und wann die Grenzen der Heimanwendung erreicht sind. Ziel ist es, die Hauterneuerung gezielt zu fördern und die Hautbarriere zu stärken, anstatt sie zu schwächen.

Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Aspekte einer effektiven und sicheren Peeling-Strategie. Entdecken Sie, wie Sie die Kontrolle über Ihren Teint zurückgewinnen, indem Sie die Prinzipien der Hauterneuerung verstehen und anwenden.

Warum regelmäßiges Peeling Ihre Produktabsorption verdoppelt

Eine der frustrierendsten Erfahrungen in der Hautpflege ist die Investition in hochwertige Seren und Cremes, ohne sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Die Ursache liegt oft an der Oberfläche: Eine Ansammlung abgestorbener Hautzellen (Korneozyten) bildet eine Barriere, die das Eindringen wertvoller Wirkstoffe blockiert. Ein regelmäßiges, korrekt durchgeführtes Peeling entfernt diese Schicht und fungiert als Wegbereiter für Ihre restliche Pflegeroutine. Wenn die Hautoberfläche von dieser undurchlässigen Schicht befreit ist, können feuchtigkeitsspendende, aufhellende oder Anti-Aging-Wirkstoffe tiefer in die Epidermis eindringen und ihre volle Wirkung entfalten.

Dieser Effekt ist mehr als nur eine Theorie. Die Absorptions-Effizienz wird signifikant gesteigert. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen, einen trockenen Schwamm zu befeuchten – das Wasser perlt zunächst ab. Erst wenn die Oberfläche leicht feucht ist, kann er mehr Flüssigkeit aufnehmen. Ähnlich verhält es sich mit Ihrer Haut. Ein Peeling bereitet das „Terrain“ vor. Insbesondere chemische Peelings mit Säuren wie AHA (Glykolsäure) oder BHA (Salicylsäure) lösen die Verbindungen zwischen den toten Zellen und verbessern so nachweislich die Penetration nachfolgender Produkte. Die Wirkstoffaufnahme der Haut wird durch regelmäßige Peelings optimiert, was dazu führt, dass Ihre teuren Pflegeprodukte endlich die Resultate liefern, die sie versprechen.

Die Wirkung geht jedoch über die reine Absorption hinaus. Die Entfernung der obersten Zellschicht sendet ein Signal an die tieferen Hautschichten, die Produktion neuer, gesunder Zellen zu beschleunigen. Dieser Prozess, bekannt als Zellumsatz, verlangsamt sich mit dem Alter. Ein Peeling wirkt hier als Katalysator, der nicht nur für einen sofortigen Glow sorgt, sondern langfristig die Hautstruktur verbessert und sie jugendlicher und widerstandsfähiger macht. Die Investition in ein Peeling ist also eine Investition in die Wirksamkeit Ihrer gesamten Routine.

Wie bestimmen Sie Ihre sichere Peeling-Frequenz in 3 Schritten?

Die pauschale Antwort auf die Frage nach der Häufigkeit existiert nicht. Die optimale Frequenz ist eine persönliche Gleichung, die von Ihrem Hauttyp, der gewählten Methode und den Zielen Ihrer Hautpflege abhängt. Anstatt zu raten, können Sie Ihre ideale Frequenz durch einen systematischen, beobachtenden Ansatz ermitteln. Dieser Prozess des Zellzyklus-Managements befähigt Sie, die Kontrolle zu übernehmen und Ihre Routine präzise auf die Bedürfnisse Ihrer Haut abzustimmen, anstatt sie einem starren Schema zu unterwerfen.

Der erste Schritt ist eine ehrliche Einschätzung Ihres Hauttyps und -zustands. Ist Ihre Haut robust und neigt zu Fettglanz, oder ist sie sensibel, trocken und reagiert schnell mit Rötungen? Diese Basis-Analyse bestimmt die Wahl des Peeling-Typs und die Ausgangsfrequenz. Die folgende Tabelle, basierend auf dermatologischen Empfehlungen, dient als sicherer Ausgangspunkt für Ihre persönliche Routine.

Diese Tabelle bietet eine exzellente Grundlage, um eine Startfrequenz festzulegen, wie eine Analyse verschiedener Hauttypen zeigt.

Peeling-Frequenz nach Hauttyp
Hauttyp Peeling-Art Häufigkeit
Leicht-sensible Haut AHA- und BHA-Peelings 2-3x im Monat
Trockene Haut AHA-Peelings 1x pro Woche
Fettige Haut BHA-Peelings 1-2x pro Woche
Sensible Haut PHA-Peelings 1-2x im Monat

Sobald Sie einen Startpunkt haben, beginnt die Phase der Beobachtung. Führen Sie ein neues Peeling zunächst nur einmal pro Woche ein und achten Sie genau auf die Reaktionen Ihrer Haut in den folgenden 48 Stunden. Anzeichen für eine zu hohe Frequenz sind anhaltende Rötungen, ein Spannungsgefühl, Trockenheit oder sogar eine Zunahme von Unreinheiten. Positive Zeichen sind ein glatteres Hautgefühl und ein frischerer Teint. Passen Sie die Frequenz basierend auf diesen Signalen an – erhöhen Sie sie bei guter Verträglichkeit oder reduzieren Sie sie bei Anzeichen von Stress.

Ihr Plan zur sicheren Peeling-Frequenz

  1. Hauttyp und Methode bestimmen: Analysieren Sie, ob Ihre Haut eher trocken, fettig, normal oder sensibel ist. Wählen Sie entsprechend eine Methode: Mechanische Peelings (Bürsten, Partikel) wirken oberflächlich, während chemische Peelings (Säuren, Enzyme) tiefer eindringen und die Zellverbindungen lösen.
  2. Mit niedriger Konzentration und Frequenz beginnen: Starten Sie mit einem milden Produkt (z.B. 2-5% Glykolsäure) und einer Anwendung pro Woche. Dies gibt Ihrer Haut Zeit, sich an die „kontrollierte Intervention“ zu gewöhnen und die Hautbarriere nicht zu überfordern.
  3. Hautsignale beobachten und anpassen: Achten Sie auf Reaktionen. Bei Rötungen, Juckreiz oder schuppigen Stellen ist die Frequenz oder Konzentration zu hoch. Suchen Sie bei starken Reaktionen einen Dermatologen auf. Bei guter Verträglichkeit können Sie die Frequenz langsam steigern.
  4. Nachsorge priorisieren: Tragen Sie nach jedem Peeling eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Pflege auf, um die Hautbarriere zu unterstützen. Verwenden Sie tagsüber konsequent einen hohen Sonnenschutz (LSF 30+), da die Haut lichtempfindlicher ist.
  5. Zyklus anpassen: Bedenken Sie, dass sich die Bedürfnisse Ihrer Haut mit den Jahreszeiten, hormonellen Schwankungen oder Stress ändern können. Seien Sie bereit, Ihre „dynamische Frequenz“ bei Bedarf neu zu justieren.

Schrubben oder Säuren: Welche Methode für Ihre Haut?

Die Welt der Peelings lässt sich grob in zwei Lager teilen: mechanische und chemische. Die Wahl der richtigen Methode ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Routine und hängt stark von Ihrem Hauttyp, Ihren Zielen und Ihrer Empfindlichkeit ab. Ein mechanisches Peeling, oft als „Scrub“ bezeichnet, verwendet kleine Partikel (wie Zucker, Salz oder synthetische Kügelchen) oder Werkzeuge (wie Bürsten), um abgestorbene Hautzellen physisch abzutragen. Es wirkt sofort und sorgt für ein unmittelbar glatteres Hautgefühl.

Vergleich zwischen mechanischem und chemischem Peeling auf der Haut

Im Gegensatz dazu arbeiten chemische Peelings mit Säuren (wie AHAs, BHAs, PHAs) oder Enzymen, um die „Kittsubstanz“ zwischen den toten Hautzellen aufzulösen. Dieser Prozess ist oft sanfter und gleichmäßiger als das manuelle Abreiben. Chemische Peelings können zudem tiefere Hautschichten erreichen und spezifische Probleme wie Akne, Pigmentierung oder feine Linien gezielter angehen. Die Wirkung ist weniger sofortig, dafür aber oft nachhaltiger und tiefgreifender, was eine intelligente Steuerung der Hauterneuerung ermöglicht.

Die Entscheidung zwischen den beiden Methoden ist keine Entweder-oder-Frage; viele Routinen profitieren von einer Kombination. Wichtig ist jedoch, die Stärken und Schwächen beider Ansätze zu kennen, um sie sicher und effektiv einzusetzen.

Mechanische vs. Chemische Peelings im Überblick
Eigenschaft Mechanisches Peeling Chemisches Peeling
Wirkweise Hautschüppchen werden mit mikrofeinen Partikeln abgeschliffen Hautschüppchen werden mithilfe spezieller Wirkstoffe gelöst
Geeignet für Unempfindliche, normale bis fettige Haut Alle Hauttypen, auch empfindliche und reife Haut
Anwendung Mit sanften, kreisenden Bewegungen einmassieren Auftragen, einwirken lassen und abspülen/neutralisieren
Hauptvorteil Sofort spürbar glattere Haut Gleichmäßige Abtragung, Tiefenwirkung möglich
Hauptrisiko Gefahr von Mikroverletzungen bei zu starkem Druck Mögliche Irritationen bei zu hoher Konzentration

Warum tägliches Peeling Ihre Haut in 4 Wochen ruiniert

Der Gedanke „viel hilft viel“ ist in der Hautpflege einer der gefährlichsten Trugschlüsse. Ein tägliches oder übermäßig häufiges Peeling führt nicht zu makelloser Haut, sondern kompromittiert ihre wichtigste Schutzfunktion: die Hautbarriere. Diese Barriere, bestehend aus Lipiden und Korneozyten, schützt uns vor Umwelteinflüssen, Feuchtigkeitsverlust und Krankheitserregern. Zu häufiges Peelen trägt nicht nur die toten, sondern auch die gesunden, schützenden Zellen ab und entfernt die essenziellen Lipide. Das Ergebnis ist eine geschwächte, durchlässige Barriere.

Die Folgen zeigen sich oft innerhalb weniger Wochen. Die Haut wird anfälliger für Trockenheit, Rötungen, Entzündungen und Empfindlichkeit. Paradoxerweise kann die Haut sogar mit einer erhöhten Talgproduktion reagieren, um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen, was zu neuen Unreinheiten führt. Zudem wird der natürliche pH-Wert der Haut gestört. Der ideale pH-Wert der Haut liegt bei ~5,5, einem leicht sauren Milieu, das für die Abwehr von Bakterien entscheidend ist. Aggressive Peelings können diesen Wert in den alkalischen Bereich verschieben und die Haut anfälliger für Probleme machen. In manchen Fällen kann es zu einer „Purging“-Phase kommen, in der Unreinheiten an die Oberfläche kommen, doch bei anhaltender Irritation handelt es sich um eine Schädigung.

Zu häufiges Peelen strapaziert die Hautbarriere und fördert auf Dauer die Verhornung. Außerdem gilt allgemein: Je aggressiver die Peeling-Methode, desto seltener sollte sie durchgeführt werden.

– American Academy of Dermatology, zitiert im ÖKO-TEST Bericht über Peeling-Risiken

Langfristig führt die ständige Reizung zu einem Zustand chronischer Entzündung, der den Hautalterungsprozess beschleunigen kann – das genaue Gegenteil dessen, was man erreichen wollte. Die Hautbarriere braucht Zeit zur Regeneration. Dieser Prozess dauert mehrere Tage. Ein tägliches Peeling unterbricht diesen Zyklus permanent und führt unweigerlich zu einer Abwärtsspirale aus Schädigung und Reaktion.

Die 4 Hautzustände, die nur professionelle Exfoliation verbessern kann

Obwohl die Heimanwendung von Peelings für die allgemeine Hautbildverbesserung sehr effektiv sein kann, gibt es Grenzen. Bestimmte Hautzustände erfordern die Expertise und die hochkonzentrierten Wirkstoffe, die nur in einer dermatologischen Praxis sicher angewendet werden können. Der Versuch, tiefgreifende Probleme mit Produkten aus der Drogerie zu behandeln, kann im besten Fall wirkungslos und im schlimmsten Fall schädlich sein. Eine professionelle Behandlung bietet eine diagnostische Präzision und Intensität, die zu Hause nicht erreichbar ist.

Professionelle dermatologische Peeling-Behandlung in der Praxis

Hier sind vier Hautzustände, bei denen eine professionelle Exfoliation unerlässlich ist:

  1. Tiefe Akne-Narben (atrophe Narben): Oberflächliche Peelings können die Textur leicht verbessern, aber eingezogene Narben erfordern mitteltiefe bis tiefe chemische Peelings (z.B. mit Trichloressigsäure, TCA) oder andere Verfahren wie Microneedling, um die Kollagenproduktion in der Dermis anzuregen und die Haut von unten „aufzufüllen“.
  2. Hartnäckige Hyperpigmentierung und Melasma: Während milde Säuren oberflächliche Pigmentflecken aufhellen können, erfordern hormonell bedingtes Melasma oder tiefe post-inflammatorische Hyperpigmentierung eine gezielte Behandlung. Dermatologen kombinieren oft verschiedene Säuren in spezifischen Konzentrationen, um die Melaninproduktion zu regulieren, ohne eine Rebound-Pigmentierung auszulösen.
  3. Aktinische Keratosen: Dies sind raue, schuppige Hautveränderungen, die durch langjährige Sonneneinstrahlung verursacht werden und als Krebsvorstufen gelten. Ihre Behandlung ist eine medizinische Notwendigkeit. Allein in Deutschland sind laut Schätzungen 1,7 Mio. Menschen aufgrund von aktinischen Keratosen in Behandlung. Professionelle Peelings sind hier eine gängige und effektive Therapieform.
  4. Ausgeprägte Zeichen der Hautalterung (tiefe Falten): Um tiefe Falten und einen signifikanten Verlust der Elastizität zu behandeln, sind stärkere Peelings notwendig, die den Zellumsatz in den tieferen Hautschichten stimulieren. Diese Behandlungen erfordern eine genaue Überwachung und Nachsorge, um Komplikationen zu vermeiden.

Wenn Sie unter einem dieser Zustände leiden, ist der Gang zum Dermatologen der erste und wichtigste Schritt. Eine professionelle Diagnose stellt sicher, dass Sie die richtige Behandlung für Ihr spezifisches Problem erhalten und schützt Sie vor potenziellen Schäden durch unsachgemäße Selbstbehandlung.

Warum Over-Cleansing 70% der Hautprobleme verschlimmert

Die Besessenheit von einem „quietschsauberen“ Hautgefühl ist ein weit verbreitetes Phänomen, angetrieben durch das enorme Interesse an Hautpflege – in Deutschland haben 17,19 Millionen Personen besonderes Interesse an Haut- und Körperpflege. Doch diese Hingabe kann nach hinten losgehen. „Over-Cleansing“, also das übermäßige Reinigen der Haut mit aggressiven Tensiden, ist eng mit dem Problem des übermäßigen Peelings verwandt. Beide Praktiken zielen auf dasselbe ab: die Zerstörung der natürlichen Hautbarriere. Aggressive Reinigungsprodukte entfernen nicht nur Schmutz und Make-up, sondern auch die essenziellen Lipide, die die Haut geschmeidig und widerstandsfähig halten.

Eine gestörte Hautbarriere durch Over-Cleansing ist der Ausgangspunkt für einen Teufelskreis. Die Haut verliert Feuchtigkeit, wird trocken, schuppig und gereizt. Dies führt oft zu dem Trugschluss, dass man die Schüppchen mit einem Peeling „entfernen“ müsse. Genau hier liegt ein fundamentales Missverständnis in der Hautpflege, vor dem Experten eindringlich warnen. Eine schuppige Haut ist ein Hilferuf nach Feuchtigkeit, nicht nach aggressiver Abtragung.

Wenn man schuppige, trockene Haut hat, sollte man sie mit Feuchtigkeit versorgen, nicht abschälen.

– Dr. Ranella Hirsch, in einem Interview mit der Washington Post, zitiert via ÖKO-TEST

Die Kombination aus zu häufigem Reinigen und anschließendem Peelen potenziert den Schaden. Die Haut hat keine Chance mehr, ihre Schutzfunktion wiederherzustellen. Dies kann bestehende Probleme wie Akne, Rosazea oder Ekzeme erheblich verschlimmern. Stattdessen sollte der Fokus auf einer sanften Reinigung liegen, die den pH-Wert der Haut respektiert, gefolgt von einer intensiven Hydratisierung, um die Barriere zu reparieren. Erst wenn die Hautbarriere intakt und stabil ist, kann ein Peeling wieder als sinnvolles Werkzeug zur Hautbildverfeinerung eingesetzt werden.

Abschleifen oder Aufhellen: Welcher Ansatz für Ihre Pigmentierung?

Hyperpigmentierung, also das Auftreten dunkler Flecken auf der Haut, ist eines der hartnäckigsten Hautprobleme. Die Behandlung erfordert eine zweigleisige Strategie: Einerseits müssen die bereits vorhandenen, oberflächlichen Pigmentansammlungen abgetragen werden, andererseits muss die übermäßige Produktion von neuem Melanin in den tieferen Hautschichten kontrolliert werden. Peelings spielen hierbei eine zentrale Rolle, doch die Wahl des richtigen Ansatzes – oberflächliches Abschleifen oder tiefgreifendes Aufhellen – ist entscheidend.

Für oberflächliche, sonnenbedingte Pigmentflecken oder post-inflammatorische Hyperpigmentierung nach abgeheilten Pickeln können regelmäßige, sanfte chemische Peelings zu Hause wirksam sein. Insbesondere Alphahydroxysäuren (AHAs) wie Glykolsäure oder Milchsäure beschleunigen den Zellumsatz und helfen, die pigmentierten Zellen schneller an die Oberfläche zu bringen und abzustoßen. Sie „schleifen“ die Pigmentierung sozusagen langsam ab. Dieser Ansatz erfordert Geduld und vor allem konsequenten Sonnenschutz, da die Haut lichtempfindlicher wird und neue Flecken entstehen können.

Bei tiefer liegender oder hormonell bedingter Pigmentierung wie Melasma ist ein reines „Abschleifen“ oft nicht ausreichend oder sogar kontraproduktiv. Hier sind tiefgreifendere Ansätze gefragt, die in den Prozess der Melaninbildung eingreifen. Professionelle Behandlungen kombinieren oft mitteltiefe Peelings mit Wirkstoffen, die die Tyrosinase, ein Schlüsselenzym bei der Melaninproduktion, hemmen. Behandlungen wie mitteltiefe Peelings mit Trichloressigsäure (TCA) werden in Studien mit anderen Therapien verglichen, um die effektivste Methode zu finden. Solche Behandlungen gehören ausschließlich in die Hände von Experten, da das Risiko von Hautreizungen oder einer paradoxen Verschlimmerung der Pigmentierung (Rebound-Pigmentierung) hoch ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualität vor Quantität: Ein gut gewähltes, richtig angewendetes Peeling 1-2 Mal pro Woche ist effektiver als tägliche, aggressive Behandlungen, die die Hautbarriere schädigen.
  • Hören Sie auf Ihre Haut: Rötung, Brennen und Trockenheit sind keine Zeichen von Wirksamkeit, sondern von Überreizung. Passen Sie Ihre Frequenz an die Signale Ihrer Haut an.
  • Nachsorge ist entscheidend: Jedes Peeling muss von Feuchtigkeitspflege und konsequentem Sonnenschutz begleitet werden, um die Haut zu schützen und die Ergebnisse zu sichern.

Wie erreiche ich einen makellosen Teint, der auch ohne Make-up beeindruckt?

Ein makelloser Teint, der von innen heraus strahlt, ist das Ergebnis einer ganzheitlichen und intelligenten Hautpflegestrategie, nicht eines einzelnen Wundermittels. Das Peeling ist dabei ein mächtiges Werkzeug, aber seine wahre Kraft entfaltet es nur im Zusammenspiel mit anderen Faktoren. Der Weg zu einer Haut, die auch ohne Make-up beeindruckt, basiert auf dem Prinzip der Hautbarriere-Intelligenz: Stärken und Schützen stehen immer vor dem reinen Abtragen.

Die Grundlage ist eine sanfte, aber gründliche Reinigung, die den pH-Wert der Haut respektiert, gefolgt von einer konsequenten Hydratisierung, um die Barriere widerstandsfähig zu halten. Das Peeling kommt dann als gezielter Impulsgeber für die Zellerneuerung hinzu, dessen Frequenz dynamisch an den Hautzustand angepasst wird. Ergänzt wird diese Routine durch den täglichen und unverzichtbaren Einsatz von Breitband-Sonnenschutz, der die Haut vor UV-bedingter Alterung und Pigmentierung schützt – den Hauptursachen für einen ungleichmäßigen Teint.

Doch wahre Hautgesundheit endet nicht an der Oberfläche. Eine Ernährung reich an Antioxidantien, eine ausreichende Wasserzufuhr und ein effektives Stressmanagement beeinflussen den Zellumsatz und die Entzündungsprozesse im Körper von innen. Ein makelloser Teint ist letztlich das sichtbare Zeichen eines gesunden Gleichgewichts – zwischen Abtragen und Aufbauen, zwischen gezielter Intervention und schützender Pflege, zwischen äußerer Routine und innerem Wohlbefinden. Indem Sie das Peeling als einen Baustein in diesem Gesamtsystem betrachten, verwandeln Sie es von einem potenziellen Risiko in einen verlässlichen Verbündeten auf dem Weg zu Ihrer besten Haut.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihr Peeling als präzises Werkzeug zu betrachten. Analysieren Sie den Zustand Ihrer Haut, passen Sie Ihre Routine an und entdecken Sie das Potenzial einer intelligent gesteuerten Zellerneuerung für einen nachhaltig gesunden Teint.

Häufige Fragen zum Thema Peeling

Wie oft sollte ich peelen für einen makellosen Teint?

Für unreine Haut wird in der Regel empfohlen, ein- bis zweimal pro Woche ein mildes, klärendes Peeling anzuwenden. Das Peeling sollte die Haut gründlich reinigen, die Poren öffnen und abgestorbene Hautschüppchen lösen. Sehr fettige Haut im Gesicht verträgt sogar bis zu dreimal wöchentlich ein Peeling, solange keine Anzeichen von Reizung auftreten.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Antioxidantien (z.B. aus Beeren, grünem Gemüse), gesunden Fetten und Vitaminen ist, unterstützt die Hautgesundheit von innen. Ausreichende Hydratation und effektives Stressmanagement sind ebenfalls entscheidend, da sie den Zellumsatz und Entzündungsreaktionen im Körper direkt beeinflussen.

Ist tägliches Peeling schädlich?

Ja, für die allermeisten Menschen ist tägliches Peeling schädlich. Zu häufiges, zu aggressives oder zu tiefes Peeling kann der Haut mehr schaden als nützen, die schützende Hautbarriere zerstören und bestehende Symptome wie Trockenheit, Rötungen und Akne verschlimmern.

Geschrieben von Markus Bauer, Markus Bauer ist strategischer Image-Berater und Spezialist für Herrenmode mit 14 Jahren Erfahrung im Aufbau professioneller Männergarderoben. Als zertifizierter Personal Branding Consultant unterstützt er Männer zwischen 28 und 60 Jahren dabei, durch gezielte Kleidungsentscheidungen ihre berufliche Wirkung und Karrierechancen zu maximieren.